WEISSER SONNTAG

AUTOR: Josef Theobald

Am Sonntag nach Ostern feiert die katholische Kirche den
„Weißen Sonntag“ (lateinisch „dominica in albis“). Dieser
Sonntag erhielt seinen Namen in der frühen christlichen
Kirche in Anlehnung an die weißen Taufgewänder, die
von den Täuflingen in der Osternacht (in Rom), am Kar-
samstag Abend (in Syrien und in Byzanz) oder am Kar-
samstag Morgen (in Ägypten) noch bis zu diesem Tag
(Ende der Oktav von Ostern, also 8 Tage nach Ostern)
getragen wurden. Die Erstkommunion der Kinder an die-
sem Sonntag wird erst seit dem 17. Jahrhundert gefeiert.   

Die Erstkommunionfeier eines Kindes erfolgt in der Regel
im dritten Grundschuljahr, im Alter von etwa neun Jahren.
Die Feier der Erstkommunion ist keine private Angelegen-
heit, sondern ein Fest der ganzen Pfarrgemeinde. Diese
Kommunion des Kindes wird als ein wichtiger Schritt des
Hineinwachsens in die Kirche verstanden. Sie zählt wie
die Taufe und die Firmung zu den heiligen Sakramenten
der katholischen Kirche. [1] Die Erstkommunion wurde
erst im 19. Jahrhundert als Feier der Gemeinde mit der
wachsenden Beteiligung der Familie zum allgemeinen
Gebrauch.

Die Kommunionkinder werden von ihrer Pfarrgemeinde
vor allem im Zuge des Kommunionunterrichts auf den
künftigen Zugang zu diesem Sakrament vorbereitet.
Der Unterricht kann einige Wochen bis zu einem Jahr
dauern. Behandelt wird praktisch und theoretisch die
Einführung in den christlichen Glauben. Dazu gehören
die Beschäftigung mit dem Katechismus, also einer Art
Handbuch für den katholischen Glauben, und das Ab-
legen der Beichte, wodurch das Kind erstmals das Buß-
sakrament empfangen hat.

Heute sind vielerorts verkürzte und mit modernen Mitteln
und Medien arbeitende Einführungen in die christliche
Glaubenswelt üblich. Ohne die Beichte ist jedoch keine
Erstkommunion möglich.

In der katholischen Kirche bedeutet die heilige Kommunion
den Empfang von Brot (Hostie) und – bei besonderen Ge-
legenheiten – Wein in der heiligen Messe. Das Wort kommt
vom Lateinischen „communio“ und bedeutet „Gemeinschaft“.
Die Kommunion bekundet demnach die Gemeinschaft von
Jesus Christus, der seinen Leib für die Menschen hingege-
ben hat, und den gläubigen Christen. Kommunion ist auch
die Bezeichnung für das Brot, und man spricht davon, „die
Kommunion zu empfangen“. Auf Wunsch wird auch die Hei-
lige Kommunion zu Kranken und Gebrechlichen gebracht,
die selbst nicht zur Kirche gehen können.

Nach der Taufe ist dies der zweite katholische Initiations-
ritus. Als Zeichen der vollen Aufnahme in die Gemeinde
nehmen Kommunionkinder von nun an an der Eucharistie-
feier teil. Sie erhalten jetzt, wie die Erwachsenen, Brot und
bei seltenen, besonderen Gelegenheiten Wein, die nach
der Konsekration den Leib und das Blut Christi darstellen
(1. Korinther 11,23-26). Die Heilige Kommunion besiegelt
die sakramentale Einheit zwischen Jesus Christus und den
Gläubigen. [2]

ANMERKUNGEN
[1] Manfred Becker-Huberti / Ulrich Lota, KATHOLISCH A-Z
     (Das Handlexikon), Herder Verlag, Freiburg (Breisgau)
     2009, die Seiten 272 + 73.
[2] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse und
     nationale Feiertage weltweit), in Bertelsmann Chronik,
     Wissen Media Verlag, Gütersloh / München 2009, die
     Seiten 34/5.