DER TAG „GRÜNDONNERSTAG“

AUTOR: Josef Theobald

„Gründonnerstag“ ist abgeleitet vom althochdeutschen „greinen“
= „weinen“. Denn am Gründonnerstag, dem Donnerstag in der
Karwoche, gedenkt die Kirche des letzten Abendmahles, das
Jesus Christus mit seinen Jüngern hielt. Aus der Sicht der frühen
Kirchentradition wird dies allgemein als Einsetzung der Eucharistie
verstanden. Nach dem „Gloria“ im Gottesdienst verstummen Orgel
und Glocken. Im Anschluss an die Predigt kann nach biblischem
Vorbild die Fußwaschung von zwölf ausgesuchten Laien durch
den Priester erfolgen. Mit dieser symbolischen Handlung wird
daran erinnert, dass nach biblischer Überlieferung Jesus am
Vorabend seines Kreuzestodes seinen Jüngern als Zeichen
vorbehaltloser Dienstbereitschaft am Nächsten (Johannes
13,1-17) die Füße gewaschen hat. [1]

Eine andere Quelle spricht von der Erinnerung an die Büßer,
die früher an diesem Tag wieder in die Kirche aufgenommen
und dafür als sichtbares Zeichen mit jungem Grün geschmückt
wurden. Im Mittelalter war der Gründonnerstag auch unter dem
Namen „Antlasstag“ bekannt, was sich vom „Ablass“ – dem Er-
lass der Strafe für begangene Sünden – ableitet.

Teil der Zeremonien am Gründonnerstag ist die Weihe des
Salböls Chrisam. Es wurde früher aus Olivenöl mit etwas
Balsam hergestellt, heute werden auch noch weitere Aroma-
stoffe benutzt. Verwendet wird Chrisam bei Salbungen an-
lässlich der Taufe, bei Firmungen und bei der Priesterweihe,
aber auch bei der Weihe von Altären, Kirchen und Glocken.

In der katholischen Kirche verstummen am Gründonnerstag
bei der Messe nach dem „Gloria in Excelsis“ die Orgel und
die Glocken. Die Glocken erklingen erst wieder am Oster-
sonntag. [2]    

ANMERKUNGEN
[1] Manfred Becker-Huberti / Ulrich Lotta, KATHOLISCH A-Z
     (Das Handlexikon), Verlag Herder in Freiburg (Breisgau)
     2009, Seiten 99/100.
[2] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse und
     nationale Feiertage weltweit), in Bertelsmann Chronik,
     wissenmedia Verlag, Gütersloh/München 2009, Seite
     25.